Fahrt nach Wuppertal - Besuch bei Fa. Gebr. Becker ( Vakuumpumpen + Verdichter ) am 23. 03.2018

 

An der Fahrt nach Wuppertal am 23.03.2018 nahmen 26 Vereinsmitglieder und ein Gast teil.

Die Busabfahrt musste kurzfristig vom Weyersberg nach Gräfrath zum Kunstmuseum verlegt werden. Nach kurzer Fahrt über die A46 erreichten wir das Industriegebiet in Wuppertal-Nächstebreck.

Bei der Fa. Gebrüder Becker wurden wir von den Herren Hausmann (Ausbildungsleiter) und Dahlmann (Personalabteilung) und zwei Auszubildenden freundlich begrüßt.

Herr Dahlmann präsentierte das Unternehmen:
- gegründet 1885 ist es heute noch im Familienbesitz und wird in der 4. Generation von Fr. Dr. Dorothee Becker geleitet,
- Entwicklung und Produktion von Vakuumpumpen, Verdichtern und Luftversorgungssystemen,
- ca. 800 Mitarbeiter, davon 690 in Deutschland an den Fertigungsstandorten Wuppertal und Apolda,
- ca. 153 Mio € Umsatz, davon 80% im Export, 6,5% F&E Quote,
- 16 Auslandsgesellschaften für Vertrieb und Service, ca. 30 Auslandsvertretungen,
- Fertigungsstätte in Shanghai (ca. 80 Mitarbeiter) für den chinesischen Markt
- Produktion von 120 bis 140 Tausend Geräten und Systemen pro Jahr

Herr Hausmann erläuterte die Produktpalette und das Fertigungsprinzip:
- Drehschiebervakuumpumpen trockenlaufend mit Kohlenstoffschieber oder ölgeschmiert
- Drehschieberverdichter
- Schraubenvakuumpumpen und -verdichter
- Seitenkanalvakuumpumpen und -verdichter
- Radialvakuumpumpen und -verdichter
- Vakuumsysteme und Luftversorgungsanlagen.
 

Die wesentlichen Anwendungsgebiete sind:
- Drucktechnik (z.B pneumatische Vereinzelung der Papierbögen)
- Verpackung unter Vakuum
- Medizintechnik (z.B. Speichelsauger beim Zahnarzt)
- Produktion (pick & place: z.B. Halbleiterfertigung)
- Laser
- Druckluftanwendungen (z.B. Schneekanonen).

Der Service spielt hier eine besondere Rolle. Viele Anwender sind von einem reibungslosen Betrieb der Vakuumsysteme und Druckluftanlagen abhängig. Die Original Becker Ersatzteile werden mit einem speziellen Logo versehen. Zukünftig werden sich die Systeme online überwachen lassen. Die Servicetechniker werden zukünftig nicht mehr auf die Zusendung eines Ersatzteils warten sondern es vor Ort auf einem 3D Drucker anfertigen.

Gebr. Becker GmbH ist in den Bereichen Qualität, Umwelt und Energie und Arbeitsschutz zertifiziert.

Besonders beeindruckt haben uns die sozialen Bedingungen bei Gebr. Becker GmbH:
- Zeitwertkonten ohne Kernarbeitszeit
- Homeoffice
- flexible Regelungen für Mütter
- höhenverstellbare Schreibtische
- Entgeltumwandlung „Becker Card“
- 32 Auszubildende
- Auszubildenden erhalten einen Zuschuss für die Altersvorsorge
- Kooperationen mit Schulen und Kindergärten.

Nach einem kleinen Imbiss begann der Rundgang durch die Produktion.

Die Fertigung erfolgt in Inseln, in denen jeweils für eine Produktgruppe die spanende Bearbeitung der Gussteile (CNC gesteuerte Bearbeitungszentren) und die Montage erfolgen. Lackierung und Verpackung sind zurzeit noch zentral. Teilweise sind die Inseln mit Rollentischen ausgestattet. Bei einer anderen Insel wird der Pumpenkörper auf einem Wagen an den Regalen für die Anbauteile vorbeibewegt.

Der Rundgang endete in der Lehrwerkstatt wo wir unter Anleitung der Auszubildenden selber eine Drehschieberpumpe montieren konnten. Das funktionierende Gerät war für uns ein besonderes Erfolgserlebnis.

Jürgen Stamm dankte dem Unternehmen für die Einladung des VTI Solingen und den engagierten Mitarbeitern für die hochinteressanten Einblicke in das Unternehmen.

Pünktlich brachte uns Herr Makossa zum Restaurant „Zur alten Bergbahn“ am Toelleturm. Von 1894 bis 1959 verkehrte hier eine elektrische Zahnradbahn um die Ausflügler aus Barmen zum Toelleturm zu bringen. Nach einem leckeren und reichhaltigen Mittagessen nutzten wir die Zeit und spazierten zum Toelleturm, der leider nur im Sommer geöffnet ist. Der Turm wurde 1888 mit Hilfe einer Stiftung der Familie Toelle (Fabrikanten in Unterbarmen) durch den Barmer Verschönerungsverein erbaut.

Über die L418 und durch den Burgholztunnel erreichten wir wieder unseren Ausgangspunkt in Gräfrath.

Organisation: Jürgen Stamm, Gerhard Moch

Bericht: Roland Meis