Bericht über unsere Reise nach Wolfenbüttel

und zu Salzgitter-Flachstahlwerke GmbH am 04 + 05 Juli 2007

 

Herr Makossa holte uns pünktlich mit dem schönen großen Bus der Firma Wiedenhoff an den einzelnen Zusteigepunkte ab. Die Fahrt ging über die Anschlussstelle Remscheid über die A1 sowie die A2. Der angegebene Stau von über 10 km hatte sich glücklicherweise aufgelöst, so dass wir auf eine ungestörte Fahrt hoffen konnten. Herbert Clemens und Jürgen Stamm bedienten uns mit leckerem Kaffee und Eleonore Clemens sammelte später das Kleingeld ein. Ein herzlicher Dank war Ihnen gewiss. Bei der notwendigen Rast für den Fahrer bediente Brigitte Lorsbach die Mitfahrer mit selbstgebackenem Kuchen. Weiter ging die Reise, jedoch mit großen Schwierigkeiten. Das Wetter verschlechterte sich zusehends. Hagel und Regen machten uns die Sicht sehr schwierig. Ferner kam dann eine Baustelle und einige Kilometer im voraus war die Autobahn zugestopft mit LKW’s. Auch unser Bus musste sich in die endlose Schlange einfügen. Und damit ging unsere Terminplanung vollends den Bach runter. Ein verzweifelter Handy-Anruf beim Verkehrsverein in Wolfenbüttel machte uns Mut. Dort war eitel Sonnenschein auch für den Nachmittag angesagt. Wir konnten es kaum glauben.

 

 

Anstatt um 12 Uhr sind wir um 13:30 endlich angekommen und nun hieß es: im Eiltempo das Hotel belegen und sofort zur Stadtführung aufbrechen. 

Die Stadtführung „Wolfenbüttel à la carte“,  begann mit einem gemeinsamen Mittagessen im dem historischen Innenstadt-Lokal Kronprinz. 

Von dort holten uns zwei Damen ab und zeigten uns die schöne Stadt Wolfenbüttel. Leider unter Zeitdruck. 

 

Schloß; Bibliothek; Lessinghaus; ev. Hauptkirche „Beatae Maria Virginis“ sind die hervorragenden Sehenswürdigkeiten der Stadt Wolfenbüttel, welche die Welfer uns hinterlassen haben.

 

 

 

Im Cafe Krause gab es noch schnell eine Tasse Kaffee und ein schönes Stück Kuchen, bevor wir zum Schloß gingen und hier eine Führung durch diese herrlichen Räume machten, mit den wunderschönen Stuckdecken und den sehr schönen Einrichtungen.

 

 

Ab da hatten die Mitreisenden Freizeit und konnten sich durch den von mir gefertigten Stadtplan nach Herzenslust in Wolfenbüttel umsehen. Wunderschöne Fachwerkhäuser, die meisten davon, fertig restauriert geben eine sehr schönen Rahmen ab. 

Am Abend fanden sich die Mitfahrer wie zufällig im schönen Restaurant unseres Hotels „Park-Hotel, altes Kaffeehaus“ zum gemütlichen Abendessen und zu einem gepflegten Glas Wein und Bier ein. 

Der Donnerstag der 5.Juli 2007 begann schon sehr früh. Aber wie üblich ist das für den VTI kein Problem. Die Mitfahrer sind frühzeitig beim Frühstück und pünktlich zum Abfahrts-Termin am Bus. 

Nach kurzer Fahrt waren wir um 8:50 Uhr am Eingang 1 der „Salzgitter-Flachstahlwerke GmbH“. 

Hier wurden wir im Saal der Abteilung Besucherwesen von den Herren Dufhues und Pförtner im Empfang genommen.

Nach einer mündlichen Einführung und Beantwortung diverser Fragen wurde uns ein informativer Film über diese Welt-Firma gezeigt.

Mit zwei Bussen (ein zusätzlicher Bus wurde uns gegen Gebühr vermittelt) fuhren wir durch das riesige Firmengelände zum Hochofen 1.

 

 

Durch Einbringen von Pellets (aufbereitetes Eisenerz) Koks, Kalk und weiteren Einsatzstoffen, wird im Hochofen unter großer Hitze (ca. 1400 ºC) Roheisen erschmolzen. Das Roheisen fließt in Torpedowagen und wird so zum Stahlwerk transportiert.

Die bei der Roheisengewinnung entstehende Schlacke wird zu Mineralgestein und Hüttensand verarbeitet und wird u.a. im Straßenbau eingesetzt.

Erstaunlich ist die Entwicklung hinsichtlich der Arbeitsplatzgestaltung. Lärm und Hitze wurden durch Abdeckungen der Gießrinnen fast völlig  eingedämmt. Staubemissionen durch leistungsstarke Filter gegen „0“ gebracht. Immerhin sind bis zu 10 t Staub täglich zu bewältigen. Eine wirklich reine Atmosphäre auf der Arbeitsbühne!

Im Stahlwerk wird die technologische Weiterverarbeitung  des Roheisens vorangetrieben. In großen Pfannen (ca. 210 t Fassungsvermögen) wird dem flüssigen Roheisen durch Zugabe verschiedener Stoffe Schwefel entzogen. Kühlschrott senkt die Temperaturen.

Später im Konverter werden weitere unerwünschte Elemente durch Einbringen von Sauerstoff verbrannt, um so reines Eisen zu gewinnen.

 

Im dritten Arbeitsschritt, der Sekundarmetallurgie, wird durch Legieren, d.h. durch Zugabe kleinster Mengen verschiedener Zutaten wie: Chrom, Titan und Mangan, um die edelsten zu nennen, erst der Stahl erzeugt, wie ihn der Markt verlangt. In der heutigen Stahltechnologie spricht man von hochfesten Stählen. Hochfest und deshalb bei gleicher Leistung um ein vielfaches leichter als die früheren Stahlsorten.

Hier bei Salzgitter 12.000 bis 13.000 t Stahl pro Tag, unterteilt in 10 bis 20 verschiedene Stahlqualitäten.

Dies alles konnten wir in respektvollem Abstand besichtigen und wurde uns fachkundig vermittelt.

Es ging noch weiter.

In der angrenzenden Stranggießanlage wurden auf drei Kreisbogenanlagen, Radius 10,6 m, Brammen gegossen.

Auf der Gießbühne wird der flüssige Stahl kontrolliert in eine Verteiler-Rinne gegossen, aus dieser Rinne fließt der Stahl blasenfrei in die wassergekühlte Brammenform, Dicke ca. 250 mm, Breite bis zu max. 1880 mm. (Warmbandwalzwerk hat diese Maße,) ( diesen interessanten Teil haben wir leider nicht gesehen.)

Über den Kreisbogen kühlt der Strang ab erhält seine feste Form und kommt als Endlosstrang auf ie Kühlstrecke. Immerhin noch 800 ºC.

Hier wird der Strang auf Brammenlänge geschnitten, um dann im Walzwerk zu Band gewalzt werden.

Das Walzwerk konnte leider wegen routinemäßiger Wartungsarbeit nicht besichtigt werden.

Als Ersatz stand eine Besichtigung der Bandverzinkungsanlage an. In einer hochmodernen, von nur 2 Steuerständen geführten Oberflächenveredelungsanlage durchlief das endlos aneinander geschweißte Kaltband kontinuierlich über horizontale und vertikale Umlenk-Rollen geführt, ein Zinkbad.

Am Ende standen Coils mit bis zu 28 t Gewicht zur Auslieferung bereit.

Damit endete die sehr informative Besichtigung eines Stahlwerkes, das seinen Ursprung in den ehemaligen Reichswerke Hermann Göring im 3. Reich hat.

 

Pünktlich um 13 Uhr waren wir um einiges Wissenswertes schlauer wieder am Ausgangspunkt angekommen. Die Herren haben sich schnell verabschiedet und uns eine gute Reise gewünscht. Frau Bunzel vom Besucherwesen nahm die Helme und Hörgeräte in Empfang und schenkte uns diverse Unterlagen über die Firma.

 

 

Mit unserem eigenen Bus sind wir zur Hauptverwaltung gefahren, wo uns eigentlich Frau Petra Tafat abholen wollte. Jedoch wegen Ihres Urlaubes wurden wir von Herrn Thymian empfangen und zum Mittagessen in die große Kantine geführt.

Hier gab es außer der wohlschmeckenden Currywurst natürlich auch diverse andere leckere Speisen.  

Und nach einiger Zeit kam für uns der Punkt zur Heimreise. Die A 44 war für die Rückfahrt vorgesehen. Und bei herrlichem Wetter ging es in Richtung Harz. Doch hinter Bad Harzburg zog sich der Himmel zu und es regnete in Strömen. Erst später klarte es sich auf und die Fahrt ging zügig vonstatten. Eine Ruhepause musste noch eingehalten werden, auch um das Mikrofon im Bus mit neuer Energie zu speisen.

Das Mikrofon wurde von Person zu Person durch den Bus gereicht und jeder konnte mal rein sprechen. Die Befremdnis vor solch einem Teil ist doch recht groß. Jedoch nicht für Herbert Clemens, der für Alle das Wort nahm und sich für diese Reise bedankte. Ich habe mich sehr darüber gefreut.

Herr Makossa hat uns dann sicher nach Solingen gebracht.

 

Eine schöne Reise war leider schon zu Ende.

 

Heinrich Lorsbach