3-Tages Fahrt nach Magdeburg 07. – 09. September 2008

Besichtigung des größten Wasserstraßen-Kreuzes Europas, sowie der längsten Schiffsbrücke der Welt.

 

1. Tag

Der „ Starliner“ der Fa. Wiedenhoff mit Herrn Hartmut Makossa am Steuer, brachte uns mit einem „Frühstücks-Zwischenstopp“, zum ersten Besichtigungspunkt: der Gedenkstätte Deutsche Teilung am ehemaligen Grenzübergang zur DDR, Marienborn-Süd.

Nach der Mittags-Pause hatten die Reiseteilnehmer die Gelegenheit, bei einem geführten Rundgang, die Gedenkstätte zu besichtigen. Wir erhielten Einblick in die Strukturen des ehemaligen größten Kontrollpunktes zwischen Ost und West. Personen-, LKW- und PKW-Einreise-Kontrollen, Zoll- und Stabsgebäude, den Führungsturm sowie eine unterirdische 5 Km lange, begehbare Tunnel-Anlage mit sämtlichen Versorgungsanlagen, veranschaulichten sehr deutlich die Elemente dieses unmenschlichen und brutalen Systems.

Unter Missachtung des Völkerrechrechts wurden hier allein von 1985-1989 ca. 34,5 Millionen Menschen, von täglich bis zu 1.000 DDR-Grenzkontrolleuren „abgefertigt“.

Nach der Weiterfahrt erreichten wir dann am späten Nachmittag unser Hotel „Ratswaage“ in Magdeburg ( Ein sauberes, sehr ansprechendes Haus ). Nach der Zimmerbelegung war Freizeit angesagt, die von den meisten mit einem Abendessen in „Wenzel´s Prager Bierhaus“ als Tagesausklang genutzt wurde.

2.Tag

Nach einem ausgiebigen Frühstück am anderen Morgen starteten wir bei herrlichem Wetter  zu einer 4,5 stündigen Schifffahrt mit dem „MS Stadt Wolfsburg“, zur Fahrt über das Wasserstraßen-Kreuz. Kernstück dieser Konstruktion ist die Kanalbrücke des Mittelland-Kanals über die Elbe. Dazu gehören die neu errichtete Sparschleuse Rothensee, das Schiffshebewerk Rothensee ( erbaut 1934-1938 ) mit seinen beiden 28 m hohen Hebespindeln, sowie die zum gleichen Zeitpunkt erbaute Schleuse Niegripp.

Die neue Doppelsparschleuse Hohenwarthe ( Verbindung zum tiefer liegenden Elbe-Havel-Kanal ) vervollständigt das aus Mittelland-Kanal, Elbe-Havel-Kanal und Elbe bestehende Wasserstraßen-Kreuz. Eine, im Bau befindliche, neue Hafenschleuse soll den Hafen vom oftmals zu niedrigen Wasserstand der Elbe, mit ausreichender Wassertiefe unabhängig machen. Von der Schiffs-Brücke mit den entsprechenden Erklärungen versehen, ging es auf der Rückfahrt, bei einem schmackhaften Mittagessen, wieder zum Schiffs-Anleger.

Damit war die Exkursion aber noch nicht zu Ende.

Unser Bus brachte uns vom Anleger zum Parkplatz am Schiffshebewerk Rothensee. Dort wurden wir von den Herren Tölle und Linte von der Ingenieurs-Vereinigung URANIA schon erwartet. Auf einem kurzen Fußweg ging es zum Schiffshebewerk, zur Schleuse und zur ehemaligen Mitarbeiter-Siedlung in unmittelbarer Nachbarschaft. Ein Video sowie umfangreiche Erklärungen an den jeweiligen Punkten rundeten diesen Teil der Exkursion ab.

Eine weitere kurze Bus-Fahrt brachte uns dann zum eigentlichen Höhepunkt des Tages: zur Kanalbrücke.

Zunächst einige Daten zur Brücke:

Es wurden rund 85.000 Tonnen Stahl sowie 600.000 Kubikmeter Beton verbaut.

Eine ingenieurtechnische Meisterleistung und ein Bauwerk der Superlative.

Die beiden Wasserbau-Ingenieure führten uns direkt unter die Brücke und nach einigen technischen Erklärungen in einen der Pylonen. Hier ging es dann aufwärts und dann über den Wartungs-Steg ( abenteuerlich über Gitterroste, unten Elbe, oben Wasserrinne Trogbrücke ) in den Strompfeiler Nr.17 mitten in der Elbe. Anschließend gelangten wir dann über einen der Mittel-Pylonen zurück auf die Trogbrücke und von dort an der Fahrrinne entlang wieder zurück zum Bus.

In brillanter Weise und mit viel Herzblut haben die Herren Tölle und Linte uns alles wissenswerte und noch einiges darüber hinaus nahe gebracht. Dafür sagen wir herzlichen Dank.

Nach der Rückkehr zum Hotel und kurzer Erfrischungs-Pause verbrachten wir den Abend im altehrwürdigen Restaurant „Ratskeller“, im Bischofs-Zimmer, beim gemeinsamen Abendessen. Es gab viel zu erzählen – man konnte es deutlich hören.

3.Tag

Leider müssen wir nach dem letzten gemeinsamen Frühstück schon wieder unser Gepäck verladen. Aber jetzt geht’s erst einmal auf Stadtrundfahrt durch Magdeburg mit unserem Stadtführer Herrn Tietz, der uns sehr viel, in launiger Art und Weise, von seiner Heimatstadt erzählen konnte. Man könnte darüber einen Roman schreiben. Hervorzuheben wären eine saubere Stadt mit tollen alten Häuserfronten, breite Straßen in der Innenstadt, die sehr schönen Elbauen und tollen Parkanlagen, der Dom mit dem Domplatz und seinen umstehenden Gebäuden, sowie dem Hundertwasser-Haus-Die Zitadelle.

Nach dem Abschied aus Magdeburg fuhren wir auf dem Weg Richtung Heimat zum „Internationalen Mühlenmuseum“ in Gifhorn. In einer reizvollen Landschaft haben Wind-und Wassermühlen aus ganz Europa ein neues zu Hause gefunden. Im gastronomischen Mittelpunkt der Anlage dem „Trachtenhaus“, einem mächtigen Niedersachsenhaus, war für jeden ein „Mühlenteller“ zu Mittag bereit gestellt. Frisch gestärkt, nach einem Rundgang durch die Museumslandschaft und Jeder ausgestattet mit einem frisch gebackenen Brot, trat die gutgelaunte Gesellschaft dann endgültig die Heimreise an.

Nach einer weiteren Kaffee-Pause an der Autobahn erreichten wir, trotz eines kleinen Staus, gegen 21.00 Uhr die Klingenstadt.

So wie die Sonne an Allen Tagen gestrahlt hat, war auch die Stimmung der Reiseteilnehmer.

3-Tage Magdeburg , eine gelungene Exkursion, vom Vorsitzenden Jürgen Stamm ohne Fehl und Tadel organisiert.

 

Herbert Clemens