VTI-Fahrt nach Bochum und Dortmund

Besuch im Zeiss Planetarium Bochum

Besichtigung Museum und Fußball-Stadion Dortmund

 

50 VTI-Mitglieder wollten bei der Eröffnung der 2015er-Saison am Donnerstag, den 12. März, dabei sein. Herr Bertram Stangel von Meinhardt-Reisen brachte uns mit einem VDL Bova-Bus vom Parkplatz am Solinger Kunstmuseum zum Planetarium nach Bochum, das als kuppelförmiger Bau auf einem Hügel nördlich des Stadtzentrums liegt. Es wurde 1964 eröffnet und gehört seit damals zu den modernsten Einrichtungen dieser Art weltweit.

Um 11.30 Uhr waren wir für die Astronomie-Show „Faszinierendes Weltall“ angemeldet. Wir nahmen im Inneren der 20 Meter im Durchmesser großen Projektionskuppel in gemütlichen Sesseln Platz und neigten die Lehnen ganz nach hinten, um den besten Blick auf die Projektionsfläche zu erhalten. Und dann ging unsere interstellare Reise auch schon los. Von unserer Heimaterde führte die Reise am Mond vorbei zunächst zu den Planeten, zur Sonne und weiter hinaus ins Weltall durch die Milchstraße zu den benachbarten Sternensystemen und dann in unvorstellbare Fernen bis fast zum Anbeginn unserer Zeit vor Milliarden von Jahren. Nach einer Stunde endete unsere faszinierende Sternenreise und wir landeten wieder in der Realität.

Da begrüßte uns dann Herr Tobias Wiethoff, der Technische Leiter des Planetariums, und erklärte uns die Technik hinter den Kulissen. Seit dem Jahr 2000 ist mit einem Zeiss Universarium IX der modernste Sternenprojektor der Welt in der Kuppelmitte im Einsatz. Er bildet genauso viele Sterne ab wie das menschliche Auge unter besten Beobachtungsbedingungen am Himmel erkennen kann. Im Jahr 2010 wurde das Planetarium zudem mit einem Ganzkuppelprojektion-System ausgestattet. Mit acht VELVET Projektoren wiederum von Zeiss ist es eines der modernsten der Welt. Mit ihnen kann die Videoprojektion den optisch erzeugten Sternenhimmel überlagern, ohne dessen Brillanz zu stören.

Unsere Fragen beantwortete Herr Wiethoff im Anschluss an die technischen Erklärungen mit verständlichen Worten. Wir dankten Ihm am Ende für seine interessanten Ausführungen und verabschiedeten uns von ihm.

Zum Essen erwartete man uns im nahegelegenen Restaurant „Parkschlösschen“. Auf dem Weg zu Fuß dorthin durch den Bochumer Stadtgarten genossen wir den wunderschönen Vorfrühlingstag. Nachdem wir in dem kleinen gemütlichen Restaurant Platz genommen hatten und die meisten von uns den ersten Durst mit liebevoll gezapftem Fiege-Bier gelöscht hatten, genossen wir bei angeregter Unterhaltung das wohlschmeckende Mittagessen. Gut gestärkt und wieder fit warteten wir im herrlichen Sonnenschein auf unseren Bus.

Herr Stangel brachte uns anschließend nach Dortmund zum Signal-Iduna-Park, wo unser Bus im Schatten des ehemaligen Westfalenstadions, dem heutigen Signal-Iduna-Stadion, der Heimat von Borussia Dortmund, parkte. Mit dem Fahrstuhl ging es zunächst hinauf ins Borusseum, dem Vereinsmuseum der Borussia, das in der Nordostecke des vereinseigenen Stadions untergebracht ist. Hier wird vor allem die Geschichte der 1909 gegründeten Fußballabteilung des BVB dokumentiert, angefangen von der Gründung des Arbeitersportvereins aus der Umgebung des Borsigplatzes und der Hoesch-Hüttenwerke im Dortmunder Norden im Wirtshaus „Zum Wildschütz“ über dessen diverse Spielstätten auf der „Weißen Wiese“ und in der Kampfbahn „Rote Erde“ bis zum weltweit bekannten „Westfalenstadion“ und aktuellen Signal-Iduna-Stadion. Im kleinen Kino laufen auf der Leinwand in schwarzweiß die Höhepunkte der weit zurückliegenden schwarzgelben Historie, in bunt die aktuelleren Highlights. Im Herzen der Sammlung aus Raritäten, Besonderheiten und Erinnerungen sind die hinter Glas unter Strahlern blitzenden Siegerpokale und Meisterschalen als Symbole der sportlichen Glanzlichter des BVB zu bewundern.

Frau Arnhild Burckhardt holte uns wieder zurück in die Gegenwart – sie wollte uns mit auf eine Stadionführung nehmen. Durch lange Gänge leitete sie uns zuerst in den Pressekonferenzraum, wo normalerweise die Vertreter von Zeitung, Funk und Fernsehen über die sportlich Verantwortlichen der angetretenen Fußballteams herfallen. Die beiden anwesenden Mitglieder des VTI-Vorstandes ließen es sich nicht nehmen, vor der gelbschwarzen Stirnwand auf den heißen Stühlen Platz zu nehmen – Gott sei Dank ist man sehr gnädig mit ihnen umgegangen!

Vorbei am Eingang zum direkt nebenan gelegenen historischen Stadion „Rote Erde“ führten uns Treppen hinab in die Katakomben zur „Mixed Zone“, einem nüchternen Raum, wo die Presseleute kurz nach dem Spiel die Akteure interviewen. Über einen langen kahlen Gang erreichten wir die Spielerkabinen – ebenso liebevoll eingerichtet wie fast alle Sportlerumkleiden – mit einem großen kahlen Tisch in der Mitte, gemütlich-harten Holzbänken entlang der Wände, leeren Ablagefächern mit den Namen der bekannten Stars – wir hatten uns das schon etwas komfortabler vorgestellt! Genauso kuschelig-nüchtern sieht es im nebenan liegenden Massageraum aus, ebenso in der Gemeinschaftsdusche und im Entspannungsbad. Emotionsgeladener ging es danach auf dem Weg durch den niedrigen Spielertunnel ins Stadion zu, den wir in Zweierreihen unter den Originalklängen, zu denen wir wie auch die BVB-Stars die letzten Stufen hinauf zum Spielfeld nahmen.

Da lag sie dann vor uns, Deutschlands größte Fußballarena. Um einen noch besseren Überblick zu erhalten, erklommen wir die Westtribüne bis hinauf zu den Presserängen, die sich unterhalb der VIP-Logen befinden, in die wir von außen durch die verglaste Front blicken konnten und die jeweils individuell gestaltet und eingerichtet sind. Von hier oben genießt man den Blick in das wunderschöne Stadion, auf die Ehrentribüne, auf die hinter dem linken Tor liegende Südtribüne, die mit beinahe 25.000 Stehplätzen die größte Stehplatztribüne in Europa ist, die aber zu internationalen Spielen in kurzer Zeit auch mit Sitzplätzen bestuhlt werden kann. Gegenüber liegt die beeindruckende Osttribüne, auf halber Höhe ebenfalls mit VIP-Logen ausgestattet, und dann hinter dem rechten Tor die Nordtribüne, früher ebenfalls mit Stehplätzen, heute aber vorwiegend mit Sitzplätzen versehen. Von unten leuchtet das satte Grün des Naturrasens, der das Spielfeld bedeckt und der von richtigen Greenkeepern gehegt und gepflegt wird. Da die Sonne wegen des Stadiondachs nur kleine Bereiche der Rasenfläche bescheint, wird das Grün aufwändig mit vielen Scheinwerfern, die an fahrbaren Gestellen installiert sind, mit Licht und Wärme verwöhnt.

Frau Burckhardt vermittelte uns viel Wissenswertes über das Stadion, das in seiner Grundform im Jahre 1974 zur Fußball-Weltmeisterschaft eröffnet worden ist und seitdem auch die Spielstätte des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund ist. Es wurde in Stahlbeton-Fertigbauweise errichtet, was die Kosten damals in Grenzen hielt und die Bauzeit enorm verkürzte. Die von den acht charakteristischen gelben Pylonen überragte Arena wurde seitdem immer wieder erweitert, um- und ausgebaut und ist heute mit 80.720 Plätzen das größte Fußballstadion Deutschlands und bei der Zuschauerzahl in den letzten Jahren zu unglaublichen 99,75 Prozent ausgelastet. Bei internationalen Begegnungen, zu denen nur Sitzplätze zugelassen sind, reduziert sich das Fassungsvermögen auf 65.718 Zuschauer. Neben den Stadien in Hamburg, Berlin, Gelsenkirchen und München ist das in Dortmund von der UEFA zu einem Fünf-Sterne-Stadion ernannt worden, in dem Endspiele der Champions League sowie EM-Spiele und Länderspiele ausgetragen werden dürfen. Stattgefunden haben hier Spiele der Fußball-Weltmeisterschaften 1974 und 2006, der UEFA Champions League und der UEFA Europa League sowie Länderspiele meist mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

Nach so viel Information stiegen wir dann hinab zum Spielfeld, das wir aber verständlicherweise (leider) nicht betreten durften. Dafür durften wir auf den gemütlichen ledergepolsterten und teilweise beheizbaren Sesseln der Ersatzbank Platz nehmen oder in der Coaching-Zone die Eindrücke eines Trainers, den wunderbaren Rasen und die beeindruckenden Ränge des Stadions auf uns wirken lassen, bevor uns Frau Burckhardt durch ein Tor im Stadionzaun unter den Tribünen hindurch entließ. Wir dankten ihr für die unterhaltsame, spannende und informative Führung und verabschiedeten uns von ihr.

Es war schon ganz schön abendlich geworden – glücklicherweise stand der Bus nicht weit entfernt, mit dem uns Herr Stangel wieder gut zurück nach Solingen brachte, wo die gelungene Exkursion an diesem herrlichen Vorfrühlingstag endete.

Organisation: Jürgen Stamm

 

 

Gerhard Moch (Schriftführer)