Technik – Architektur – Politik – Kultur – Information

 

Unter diesem Motto fuhren 46 Mitglieder des V.T.I. am 02. September 2010 für 4 Tage nach Berlin.

Quartier war das Park-Inn-Hotel am Alexanderplatz. Wie es sich zeigen sollte, hatten die Organisatoren, das Ehepaar Ursel und Jürgen Stamm, ein exzellentes Programm zusammengestrickt.

Direkt nach Ankunft in Berlin wurde das Bundestagsgebäude, das historische Reichstagsgebäude mit modernem Innenausbau und Parlament, angefahren. Bei einem Rundgang, mit weiteren Erklärungen im Plenarsaal, wurde den Besuchern (jährlich 3 Millionen Besucher) die Technik und Architektur des Hauses, für die sich der britische Architekt Norman Forster verantwortlich zeigte, sowie die Arbeit der Abgeordneten, eingehend erläutert. Die anschließende Auffahrt auf die Dachterrasse und Aufgang in die Glaskuppel bot den Besuchern in einer Höhe von 47 m einen eindrucksvollen Blick auf Parlaments-, Regierungsviertel, sowie auf markante Punkte der Stadt Berlin. Bei der anschließenden Fahrt zum Hotel gab es vom Fahrer viele Hinweise auf städtische Sehenswürdigkeiten (sehr gut). Nach der Zimmerbelegung erfolgten die ersten privaten Erkundigungen rings um den „Alex“.

 

Nach einem guten Frühstück stand am 2. Tag der neue Hauptbahnhof auf dem Plan. Der frühere Lehrter Bahnhof ist heute Europas größter Kreuzungs-Bahnhof. Das Bahnhofsgebäude hat 2 Hauptebenen für den Bahnverkehr, sowie 3 Verbindungs- und Geschäftsebenen. Die obere Bahnebene steht auf 4 Brückenbauwerken in 10 m Höhe und dient dem West-Ost-Verkehr (Stadtbahnebene). Die untere Bahnebene liegt in einer Tiefe von 15 m und dient dem Nord-Süd-Verkehr. Die Brückenbauwerke der oberen Ebene überspannen auch den angrenzenden Humboldthafen und sind 680 m lang. Die Krümmung der Station ist der Linienführung der Stadtbahn angepasst. Die Bahnsteighalle, eine stützenfreie Glasdachkonstruktion, ist 321 m lang, zwischen 46 und 66 m breit und max.16 m hoch. Die Bahnsteiglänge beträgt insgesamt 454,6 m. 2 Bügelbrücken überspannen den Bahnhof bestehend aus 4 Teilen mit je 1250 Tonnen Gewicht vertikal vorgebaut, mittels Seile abgesenkt und miteinander verbunden. Die Brücken sind 10 Etagen hoch mit zusammen ca. 50.000 m² Nutzfläche. Die 3 Verbindungs- und Geschäftsebenen haben auf 15.000 m² Nutzfläche Platz für 80 Einzelhandelsgeschäfte aller Art. Dies und viele weitere Details konnten die Mitglieder bei einem Rundgang von 2 freundlichen Bahnmitarbeitern erfahren. Insgesamt gesehen ist dieser Bahnhof eine architektonische und bahn-technische Meisterleistung.

Am Ende dieser Technik-Tour-Pur ging es auf eine 3stündige Stadtrundfahrt. Eine detaillierte Darstellung würde den Rahmen sprengen, daher soviel: Entlang dem Regierungsviertel, Tiergarten, Mauermahnmal „Checkpoint Charlie“, Friedrichshain, Kreuzberg, Ostbahnhof, an der längsten noch erhaltenen Grenzmauer entlang, Karl-Marx-Allee, Prenzlauer Berg, Bernauer Straße - hier gab es einen Halt, um an der Gedenkstelle „Berliner Mauer“ die Mauer, Todesstreifen und das Dokumentationszentrum zu besichtigen – zum Wittenbergplatz. Hier endete die offizielle Rundreise. Ein riesiges Lob und Dankeschön an die kundige Stadtführerin. Der Rest dieses informativen Tages wurde auf eigene Faust beendet.

 

Am 3. Tag gab es erst einmal Freizeit. Für die Einen ein gemütliches Frühstück und für die Anderen früh aus dem Hotel, denn es gab noch viel zu erkunden.

Mittags dann Fahrt zum Friedrichstadtpalast, Europas größtes Revuetheater, so der Tenor: Mit fantastischen Kostümen und Showeffekten, ausgefeilten Choreographien und der legendären Tanztruppe mit den „längsten Beinen Berlins“. Vor der Vorstellung galt es erst einmal einen Blick hinter die Kulissen zu tätigen. Hubbühne, fahrbare Bühne, Beleuchtung, Bühnenaufbau, die gesamte Bühnentechnik und vieles mehr wurden ausgiebig erklärt. Eine sehr interessante Technik! Einige Mitglieder können spätestens jetzt behaupten, im Friedrichstadtpalast auf der Bühne gestanden zu haben! Pünktlich um 15.30 Uhr war es dann soweit. Beginn der neuen Show „YMA“. Ein brillantes Feuerwerk mit Musik, Tanz und Akrobatik lief vor den Augen der begeisterten Zuschauer ab. Wie skizziert Dr. Bernd Schmidt, Intendant des Hauses diese Show: Die Welt von „YMA“ ist strahlend schön, gut gelaunt und voll überwältigender Pracht. Mit über 100 Künstlern – Sänger, Tänzer, Musiker, Artisten – ist dieser Show-Tornado größer als jede Produktion in Las Vegas. In der großen Pause gab es einen Sektempfang im Foyer. Die Mitglieder des V.T.I. waren jedenfalls hellauf begeistert. Ein gemeinsames Abendessen im Brauhaus „Georgsbräu“ beendete diesen ereignisreichen Tag.

 

Der 4. Tag.

Ein letztes gemeinsames Frühstück, Aus-checken, Gepäck verladen und die Rückfahrt steht an.

Eine geruhsame Schiffsfahrt mit der Reederei Riedel über die Spree, Landwehrkanal und wieder zurück über die Spree mit 64 Brückendurchfahrten, z. T. sehr niedrig, zum Ausgangspunkt Märkisches Ufer bescherte den Mitgliedern zum Abschied noch einmal „Berliner Wasseransichten“

Die Rückfahrt nach Solingen verlief auf bis auf 2 Staus problemlos. Für den V.T.I. war das ein weiterer Meilenstein in seiner Geschichte. Zeigt es sich doch, dass bei den Mitgliedern weiterhin großes Interesse für solche Veranstaltungen vorhanden ist. Wie schon eingangs erwähnt, ein exzellentes Programm, dazu V.T.I.-Wetter! Erstmalig mit der Firma Glauch-Reisen aus Viersen ein neues Reiseunternehmen mit Herrn Josef Heykamps, einem ausgezeichneten Fahrer und seiner Gattin Martina, ebenfalls Angestellte bei der Fa. Glauch, als kostenlose Hostess, die während der Fahrt die Teilnehmer aufmerksam betreute (das VTI-Service-Team war arbeitslos).

Danke an Ursel und Jürgen Stamm.

 

Herbert Clemens