Informations-Veranstaltung über die Arbeit des
Lehrstuhls für neue Fertigungstechnologien und Werkstoffe in Solingen

 

An der Veranstaltung am 14.03.2017 nahmen 31 Vereinsmitglieder und Gäste teil.

13 Unternehmen aus dem Bezirk der IHK Wuppertal-Solingen-Remscheid haben gemeinsam mit dem Stifterverband und der Sparkasse Solingen eine fünfjährige Stiftungsprofessur mit Sitz in Solingen am Institut für Produkt-Innovationen eingerichtet. Das Institut gehört zur Fakultät für Maschinenbau und Sicherheitstechnik der Bergischen Universität Wuppertal.

Die Besetzung des Stiftungslehrstuhls mit Prof. Dr.-Ing. Sebastian Weber erfolgte im April 2014. Seitdem kommen rund 50 Studierende regelmäßig an 1 bis 2 Tagen pro Woche zu Lehr-veranstaltungen ins Forum Produktdesign im ehemaligen Hauptbahnhof in Solingen. Sie werden von 7 Mitarbeitern und 3 studentischen Hilfskräften betreut. Auch für einen Mensa-Ersatz ist durch Zusammenarbeit mit der Kantine der Lebenshilfe gesorgt.

Herr Dr.-Ing. Michael Blüm gab uns eine Einführung zu den hier bearbeiteten Forschungsprojekten zu metallischen Werkstoffen und deren Verarbeitung. Am Beispiel von Phasendiagrammen korrosionsbeständiger Stähle erläuterte er die durch Wärmebehandlung (z.B. Härten und Anlassen) erzielten Materialeigenschaften. Eine Zielsetzung des Lehrstuhls ist, neue Stahllegierungen und Fertigungstechnologien zu entwickeln, die bei gleichen Eigenschaften geringere Anteile an teuren oder risikobehafteten Legierungsbestandteilen enthalten.

Zum Beispiel enthalten Werkstoffe für Turbinenschaufeln und Ventilsitzringe im Verbrennungsmotor große Anteile von teurem und mit Versorgungsrisiko behaftetem Kobalt, das voraussichtlich durch höhere Eisenanteile ersetzt werden kann.

Für Fahrzeuge mit Wasserstoffantrieb werden Werkstoffe mit hohem Nickelanteil (verhindert Wasserstoff-Versprödung) eingesetzt. Auch hier kann voraussichtlich mit speziellen austenitischen eisenbasierten Werkstoffen der teure Nickel ersetzt werden.

Außerdem wird am Lehrstuhl für den 3-D-Druck mit Metallen geforscht.

 

Frau Becker, Herr Dr. Blüm und Herr M. Sc. van gen Hassend führten uns anschließend durch die Laborbereiche:

  •      Probenpräparation und Wärmebehandlung mit Schutzgas- und Vakuumhärteofen

  •      Lichtmikroskopie und automatisierte Härtemessung

  •      Rasterelektronenmikroskop (hohe Auflösung, Analyse der chemischen Elemente) und Röntgenbeugung (qualitative Analyse der Phasen)

  •      Funkenspektrometer (Analyse der chemischen Elemente),
    Dilatometer zur thermomechanischen Analyse und Beobachtung der Phasenumwandlungen bei Temperaturänderungen mit Möglichkeit zum Umformen der Probe und schneller Abkühlung mit Flüssiggas.
    Zugprüfmaschine (5 Tonnen) mit Möglichkeit zur Drehbelastung,
    Dichtemessung für Objekte aus 3-D-Druck mit Austenit Pulver

  •      Im Bereich Design und Konstruktion gibt es Einrichtungen für ergonomische Studien, Messung von Muskelströmen und Eye-tracking.

 

Wir danken den Mitarbeitern des Lehrstuhls für neue Fertigungstechnologien und Werkstoffe für sehr interessante Einblicke in die Grundlagenforschung mit hohem Anwendungsbezug in der lokalen Industrie.

 

Organisation: Jürgen Stamm

 

Roland Meis