Fahrt nach Bad Münstereifel und Heimbach

 

Fahrt nach Bad Münstereifel und Heimbach

An der Fahrt in die Eifel am 13.07.2017 nahmen 41 Vereinsmitglieder teil.

Durch die zeitige Abfahrt um 7:00 Uhr gab es nur einen kleinen Stau bei Bonn und wir konnten während der Fahrt die romantische Landschaft bei Altenahr und im Sahrbachtal genießen.

Auf dem Effelsberg erreichten wir nach dem 766 m langen „Planetenweg“ mit Informationstafeln zu unserem Sonnensystem das Besucherzentrum. Das Radioteleskop liegt in einem Tal mitten im Wald und ist dadurch gut vor Störungen geschützt. Es ist ein imposantes Bauwerk mit einem Reflektordurchmesser von 100 m, Durchmesser des Schienenkranzes von 64 m und einem Gesamtgewicht von 3.200 t. Überholungsarbeiten erfolgen mit Hilfe eines 70 m hohen Hubsteigers.

Eine Mitarbeiterin des Besucherzentrums begrüßte uns und erläuterte die Radioastronomie und die Beobachtungen, die dieses Radioteleskop ermöglicht.

Mit einem Radioteleskop kann man insbesondere die Sternentstehung und das Sternsterben nach einer Supernova beobachten. Weltweit gibt es 5 große Radioteleskope. Das Radioteleskop Effelsberg ist das größte freibewegliche Radioteleskop Europas. Es wurde 1967 bis 1971 vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie errichtet und wird in Zusammenarbeit mit dem Institut für Astronomie der Universität Bonn betrieben.

Es wird Radiostrahlung von 3,5 mm bis 90 cm Wellenlänge mit rund 20 verschiedenen Empfangssystemen erfasst und in Radiokarten dargestellt. Ein Forschungsschwerpunkt sind Pulsare, rotierende Neutronensterne, die durch Supernova-Explosionen entstanden sind. Hier erwartet man Erkenntnisse zu Gravitationswellen und Schwarzen Löchern.

Anschaulicher war das Beispiel von Weltraumtrümmern, die man mit dem Radioteleskop beobachten kann. Teile von 9 mm Größe können in 1000 km Entfernung erfasst werden.

Durch schnelle Datenleitungen ist man heute in der Lage, Radioteleskope zu virtuellen Teleskopen mit mehreren hundert Kilometer Durchmesser zusammenzuschalten und dadurch eine hohe Auflösung zu erreichen.

Bei der Weiterfahrt in Richtung Heimbach konnten wir hinter Bad Münstereifel den Vorläufer des Effelsberger Radioteleskops sehen. Der Astropeiler Stockert mit einem Durchmesser von 25 m war von 1956 bis 1978 in Betrieb. Bis 1993 wurde er zur Ausbildung von Studenten genutzt. Heute ist er Industriedenkmal und außerschulischer Lernort.

Nach einer schönen Fahrt über die Höhen und durch die Wälder der Eifel erreichten wir den Luftkurort Heimbach etwas verspätet. Das Team im Restaurant Eifeler Hof schaffte es trotzdem, uns mit einem 3 Gänge Mittagsmenü gut zu bewirten.

Eine kurze Busfahrt brachte uns zum RWE-Inogy Wasserkraftwerk Heimbach. Frau Jansen begrüßte uns dort und führte uns fachkundig und amüsant durch die historische Anlage, die weiterhin als Spitzenlastkraftwerk in Betrieb ist.

Die Gebiete an der Rur litten über lange Zeit unter immer wiederkehrendem Hochwasser. Ende des 19. Jahrhunderts wurden daher Pläne für Talsperren zur Wasserregulierung entwickelt. Die Urfttalsperre bot dabei auch die Möglichkeit der Stromerzeugung. Es wurde zwischen 1899 und 1904 ein 2,7 km langer Stollen von der Urfttalsperre nach Heimbach für 18 m³/s Wasserdurchsatz bei 110 m Fallhöhe gebaut.

 

Das Maschinenhaus des Architekten Georg Frentzen im Jugendstil erinnert eher an eine Kirche als an ein Industriegebäude. Bis 1975 waren hier 8 horizontale Franzis Turbinen mit Generatoren plus 2 kleinere Erregermaschinen in Betrieb. Damit konnten 12 MW erzeugt werden. 2 der Turbinensätze und die Erregermaschinen sind erhalten. Es wurden 2 neue vertikale Franzis Turbinen eingebaut, die heute innerhalb von 3 Minuten 16 MW zur Verfügung stellen können.

Zuerst besichtigten wir das Haushaltgerätemuseum im Obergeschoß. Hier wurden viele Erinnerungen wach.

Der Sammelschienenraum stellte die Verbindung vom Kraftwerk zu den Überlandleitungen dar. Das Personal wurde hier durch einen großen Faraday’schen Käfig geschützt.

In der Maschinenhalle sind besonders viele Jugendstilelemente zu bewundern. Zum Beispiel das Schnitzwerk in Mahagoni und die Metall-Ornamente an der Marmorschalttafel, die Türen und Oberlichter in Glühlampenform und die schiffsförmigen Lampen in der Halle.

Besonderes Interesse fand auch das englische Elektroauto von 1903.

 

Gegen 16:00 Uhr brachen wir von Heimbach auf und erreichten nach kurzer Fahrt die Rur-Talsperre, wo wir bei dem herrlichen Wetter noch eine Kaffeepause einlegten.

 

Die Rückfahrt führte uns dann durch die Wälder des Nationalparks Eifel in die Zülpicher Börde und über Brühl wieder nach Solingen.

Organisation: Jürgen Stamm

Bericht/Bilder: Roland Meis