VTI-Fahrt nach Arnsberg

Fa. TRILUX-Beleuchtungs-Systeme

 

Wegen eines Zirkus, der auf dem Parkplatz vor der Klingenhalle gastierte, musste die Abfahrt zur VTI-Tour am Donnerstag, den 29. September 2016, kurzfristig zum Parkplatz am Kunstmuseum verlegt werden. Auch dieses Mal war das Gespann Makossa/Neoplan von Wiedenhoff-Reisen für unseren Transport zuständig. Wegen der großzügig geplanten Anfahrzeit kamen wir auch pünktlich vor den modernen Gebäuden der TRILUX GmbH & Co. KG in Arnsberg-Hüsten an, wo auch der Sitz des international tätigen Unternehmens ist.

Schon beim Pförtner nahm man uns in Empfang und begrüßte uns, außerdem wurden wir da auch mit Funk-Ohrhörern technisch aufgerüstet. Durch Gänge und über Treppen erreichten wir dann die Etage, auf der die nobel ausgestatteten Räumlichkeiten wie Besprechungszimmer und Kasino zu finden sind – wirklich alles edel und mit Stil, was schon ein sehr positives Bild des Unternehmens abgab. Es standen Erfrischungen für uns bereit und es war auch genug Zeit für andere Geschäfte, bevor es in zwei Gruppen mit der Führung losging.

 

In zwei Gruppen ging es mit strammem Schritt hinter unseren Werksführern her. Zuerst durften wir das Licht- und Klimatechnische Labor mit einer der weltweit größten Ulbricht-Kugeln mit 4 Metern Durchmesser bestaunen, mit der lichttechnische Messungen wie z. B. der Lichtleistung und der Lichtverteilungskurven der unterschiedlichsten Leuchten durchgeführt werden. Ein zweiter Raum mit einem in allen Ebenen schwenkbaren runden Spiegel war unter anderem für Spektralmessungen eingerichtet..

 

In der Kunststoffabteilung arbeiten vorwiegend Profil- und Flachextruder, die aus in Tanks befindlichem Kunststoffgranulat Halbzeuge und Formteile wie z. B. Abdeckschalen herstellen, die je nach Kundenwunsch auch mit Oberflächenstrukturen versehen oder sogar mit beliebigen Motiven bedruckt werden können. In der Montage staunten wir über einen Verkabelungsroboter, der das Innenleben der Leuchten verdrahtete – sogar das Abisolieren der Kabelenden bewerkstelligte er blitzschnell. Mit dem Bereich der Lichtband-Montage endete dann die Führung..

Jeden Tag werden von TRILUX etwa 11.000 Leuchten gefertigt. Man kann sich die Vielzahl der unterschiedlichen Leuchten kaum vorstellen, von denen dann auch noch jeweils viele Varianten möglich sind. Fast jede Leuchte wird nach speziellem Kundenwunsch hergestellt und jede Kundenbestellung wird als separater Auftrag durch die Fertigung gesteuert, ganz gleich ob er klein oder sehr umfangreich ist. Eine große Lagerhaltung ist deshalb nicht erforderlich. Um die sehr kurzen Lieferzeiten zu realisieren fertigt man bei TRILUX fast alle Leuchtenbestandteile im eigenen Haus.

Das alles erfordert flexible und vor allem gut ausgebildete Mitarbeiter, denen das traditionsbewusste Familienunternehmen ausgezeichnete Arbeitsbedingungen, exzellente Möglichkeiten zur Weiterbildung und auch Gelegenheiten zur Freizeitgestaltung bietet, unter anderem zwei Kegelbahnen und eine sehr aktive Betriebssportgemeinschaft, die vor allem im Hallenfußball äußerst erfolgreich auftritt. Zwei EM-Titel und mehrere nationale Titel sind der Beweis dafür./b>

Im Betriebsrestaurant trafen wir uns anschließend zum gemeinsamen Mittagessen, denn lange Wege und manche Treppe forderten ihren Tribut. Am Ende verabschiedeten wir uns von unseren Werksführern, wobei wir besonders Herrn Behrensdorf, dem Meister der Metallverarbeitung, aber vor allem auch dem Vorzeigeunternehmen TRILUX dafür dankten, dass wir die Gelegenheit erhielten, eine sehr spezielle Fertigung kennenzulernen.

Nicht weit zu fahren hatten wir zu unserem nächsten Tagesziel, der Möhnetalsperre, die sich noch keine 10 Kilometer Luftlinie entfernt am nördlichen Rand des Naturparks Arnsberger Wald befindet. Herr Makossa ließ uns unmittelbar an der Staumauer und der Schiffsanlegestelle von Bord. Bis zum Ablegen des Ausflugsschiffes, auf dem wir eine Rundfahrt über den See genießen wollten, war noch genügend Zeit, die wir genutzt haben, um uns in der goldenen Herbstsonne die Staumauer etwas genauer anzusehen. Wir spazierten über die 650 Meter lange Dammkrone, die mit den beiden Schiebertürmen beinahe wie eine mächtige Festungsmauer aussieht. Gut zu erkennen ist die Reparatur der riesigen trapezförmigen Lücke, die während des Zweiten Weltkrieges in der Nacht vom 16. zum 17. Mai 1943 nach dem Luftangriff mit einer sogenannten Rollbombe entstanden war. Die Lücke in der mehr als 40 Meter hohen Staumauer war 77 Meter breit und 22 Meter tief – die folgende 12 Meter hohe Flutwelle kostete im Tal der Möhne und weiter an der Ruhr über 1200 Menschen das Leben. Die Schäden an der Staumauer konnten in der damals sehr schwierigen Zeit schon nach nur 5 Monaten vollständig repariert werden.

An Bord der MS Möhnesee gingen wir dann auf Kreuzfahrt über den unteren Teil des Stausees. Auf dem Oberdeck genossen wir die wärmenden Sonnenstrahlen und die Natur rund um den See, der neben dem Rurstausee und dem Biggesee zu den größten Stauseen in NRW gehört. Der 1912 fertiggestellte über 10 km lange und bis zu 36 m tiefe Möhnesee bedeckt bei Vollstau über 10 kmup>2, er speichert dann 134,5 Millionen Kubikmeter Wasser. Er dient zur Niedrigwasseraufhöhung und zum Hochwasserschutz der Ruhr sowie zur Stromerzeugung. Zwei in die Staumauer integrierte Kraftwerke geben über 7 MW Leistung ab.

Die MS Möhnesee, auf der wir unterwegs waren, wurde 1998 von der LUX-Werft in Niederkassel-Mondorf am Rhein gebaut und war bis vor wenigen Jahren der größte Katamaran auf europäischen Binnengewässern. Er kann 600 Passagiere befördern, ist 40 m lang, 17 m breit, wiegt 180 Tonnen und hat voll beladen einen Tiefgang von 1,1 m. Sehenswert ist das einmalige Andockmanöver, bei dem das kleinere Ausflugsschiff MS Körbecke (80 Passagiere) hinten in die MS Möhnesee teilweise hineinfährt und festmacht. Beide Schiffe fahren dann aneinandergekoppelt beinahe die ganze kleine Runde (ca. 1 Stunde) zusammen. Dann steigen diejenigen Passagiere, die die große Runde (ca. 2 Stunden) um den See gebucht haben, auf die angedockte MS Körbecke um, das kleine Schiff legt ab und fährt unter der niedrigen Delecker Brücke, für die das große Schiff zu hoch ist, seine Runde über den oberen Teil des Sees. Das klappt allerdings auch nur, wenn der Stausee maximal 93% gefüllt ist. Unsere schöne Fahrt war nach einer Stunde beendet und wir gingen wieder von Bord.

Nur ein paar Schritte weiter direkt am See waren wir im „Cafe Solo“ zu Kaffee und Kuchen angemeldet, die wir uns auch mit Blick auf den See und die Staumauer schmecken ließen, bevor es anschließend auf die Heimreise ging, die nicht so ganz ohne Stau ablief. Trotz allem sind wir wieder gut in Solingen angekommen, wofür Herr Makossa gesorgt hat und wofür wir ihm danken. Es war wieder einmal eine gelungene Exkursion, bei der uns auch das VTI-Wetter erneut verwöhnt hat.

Organisation: Jürgen Stamm

 

 

Gerhard Moch (Schriftführer)