VTI-Fahrt nach Andernach

Besichtigung des Geysir-Zentrums

und Schiff-Fahrt zum größten Kaltwasser-Geysir weltweit

 

Mit 36 VTI-lern und einem Gast war er nicht ganz voll besetzt, der Mercedes-Reisebus der Firma Wiedenhoff, der uns am Dienstag, den 13. Juni 2017, zu unserem Exkursionsziel am schönen Mittelrhein bringen sollte. Herr Makossa am Lenkrad steuerte eine Menge Informationen bei, die er uns über eine seiner Lieblingsstrecken entlang des linken Rheinufers vermittelte. Ohne die eingeplanten Staus rund um Köln kamen wir mehr als rechtzeitig am modernen Bau des am 30. Mai 2009 eröffneten Geysir-Erlebniszentrums an, das sich unmittelbar an der Andernacher Rheinpromenade befindet.

In einem separaten Raum wurden wir zunächst von unseren beiden Gästeführerinnen begrüßt, anschließend mit kleinen Funkempfängern und Ohrhörern ausgestattet. Aufgeteilt in zwei Gruppen ging es anschließend auch schon los. Nachdem wir eine dunkle Aufzugkabine geentert hatten, starteten wir zu einer fiktiven Fahrt Richtung Erdinneres auf eine Tiefe von 4000 Meter. Filmanimationen an den Wänden täuschen den Fahrstuhlpassagieren dies Abenteuer vor - in Wirklichkeit sind es nur zwei Etagen. Dort unten trifft der Besucher auf das Kohlendioxyd, die CO2-Moleküle, die aus der in nicht allzu großer Tiefe unter der Eifel liegenden Magmakammer nach oben steigen, was erst durch die durch geologischen Störungen verursachten Brüche im Gestein ermöglicht wird. Auf dem Weg aus dem Erdinneren nach oben vermischt sich das CO2 mit dem Grundwasser. Wie das alles funktioniert und auch den Unterschied zwischen einem Kalt- und einem Heißwassergeysir bekamen wir auf einer 90 Minuten dauernden Führung an einer Reihe von Demo-Stationen erklärt. Dieser Weg führt über mehrere Etagen nach oben und endet schließlich auf einer Aussichtsterrasse über den Dächern von Andernach, von der wir am Ende der Führung den Blick auf die teils historischen Gebäude wie den Runden Turm, den höchsten Wehrturm am Rhein, die mächtige Basilika Maria Himmelfahrt mit ihren vier Türmen, den Alten Krahnen - den Turmdrehkran aus dem Jahr 1561, die Christuskirche und das Rheintor, das der Hauptzugang der Stadt vom Rhein her war, und selbstverständlich auf den Rhein selbst genossen. Danach wieder unten angekommen entledigten wir uns der Kommunikationstechnik, dankten und verabschiedeten uns von den beiden Damen, die uns das Naturphänomen eines Kaltwasser-Geysirs so verständlich erklärt haben, und machten uns auf den kurzen Weg zum nahegelegenen Hotel Rheinkrone, denn inzwischen war Mittagszeit.

In entspannter Atmosphäre genossen wir das wohlschmeckende Essen und auch die Getränke, ehe es dann im Programm weiter ging. Bis zum Schiff, das uns die kurze Strecke rheinab zur Halbinsel Namedyer Werth bringen sollte, waren es nur ein paar Meter. Auf der „MS Namedy“ war auch noch locker Platz für unsere Gruppe – 350 Passagiere darf das von zwei leistungsstarken 400 PS-Motoren angetriebene 46,5 Meter lange Schiff befördern. Nach etwa einer Viertelstunde hatten wir den Anlegesteg erreicht, von dem aus ein etwa 250 Meter langer Fußweg unter der B9 hindurch zum Geysir führt.

Kurz vor einem aus vielen Basaltklötzen aufgeschichteten rostbraunen Steinhaufen empfing uns der Geysirranger. Da es nicht ganz windstill war, hielten wir einen gewissen Respektabstand zur Austrittsbohrung ein. Hier also befindet sich der höchste Kaltwassergeysir auf unserer Erde, der mit seiner Fontänenhöhe von 60 Metern sogar im Guinness Buch der Rekorde eingetragen ist.

Weil man dereinst im Wasser des alten Rheinarms Blasen aufsteigen sah, die sich als Kohlensäure herausstellten, bohrte man im Jahre 1903 an dieser Stelle und stieß in 343 Meter Tiefe auf ein Vorkommen, das damals eine Fontänenhöhe von 40 Metern erreichte und das man als Kohlenstoffdioxid zur Anreicherung von Mineralwasser nutzte. Wegen erheblicher Schäden wurde der Brunnen ab 1957 nicht mehr genutzt und 1967 verschlossen. Seit Ende der 1990er Jahre wollte man ihn als Touristenattraktion nutzen, was aber wegen der strengen Naturschutzauflagen, denen das betroffene Gebiet seit 1985 unterliegt, nicht möglich war. Durch eine außergerichtliche Einigung im Jahre 2005 darf der Geysir aber wieder springen und dem Tourismus dienen, allerdings nur unter strengen Naturschutzauflagen. Eine Neue Brunnenbohrung mit 15 Zentimetern Durchmesser wurde auf eine Tiefe von 350 Metern niedergebracht und mit einem am unteren Ende gelochten Rohr ausgekleidet. Seit dem 7. Juli 2006 springt der Geysir nun wieder regelmäßig zum Wohle der Stadt Andernach, wenn auch nur tagsüber, denn zur Sicherheit wird er nachts abgesperrt.

Und wie funktioniert so ein Kaltwassergeysir eigentlich? Im Prinzip wie die Sprudelflasche, die nach kräftigem Schütteln aufgeschraubt wird. Die Grundlagen dazu hatten wir schon in der vormittäglichen Führung kennengelernt. Das Bohrloch, also der Aufstiegskanal, füllt sich nach und nach mit dem CO2-gesättigten Grundwasser bis obenhin – am Grund des 350 Meter tiefen Brunnens herrscht also ein Druck von 35 bar. Im aufsteigenden Wasser bilden sich CO2-Gasblasen, da der Druck nach oben hin immer geringer wird, wodurch sich die Löslichkeit des CO2 im Wasser weiter reduziert und deshalb vermehrt Gasblasen ausgeschieden werden. Dabei dehnen sich die Blasen fortwährend weiter aus und verdrängen das Wasser immer schneller. Durch diesen Kettenreaktionseffekt füllt sich der Aufstiegskanal beinahe vollständig mit Gas, das dann das Wasser mit hoher Geschwindigkeit aus der Austrittsöffnung schleudert, unter günstigen Voraussetzungen (Windstille) bis zu 60 Metern hoch.

Wir konzentrierten uns also auf die Öffnung zwischen den Basaltklötzen. Leise beginnt es zu grummeln, dann tanzt das Wasser über den Steinen und mit Fauchen erhebt sich in unregelmäßigen Schritten Meter um Meter die Wasserfontäne, bis sie nach kurzer Zeit die volle Höhe erreicht hat. Vorsichtshalber sind wir doch noch ein paar Schritte zurückgetreten, denn etwas Wind bläst den Wassernebel in unsere Richtung und raubt der Fontäne etwas von ihrem maximalen Ausmaß. Sechs bis acht Minuten hält das „Springen“ des Geysirs an, bis er dann langsam in sich zusammenfällt. In dieser Zeit werden über 7000 Liter Wasser mit etwa 100 km/h in die Luft geschleudert. Bis zum nächsten Spektakel vergehen dann wieder ca. eineinhalb Stunden, denn so lange dauert es, bis sich das Brunnenrohr wieder vollständig gefüllt hat.

Noch beeindruckt von diesem Schauspiel machten wir uns auf den kurzen Weg zurück zum Schiff, das uns anschließend in gemütlicher Fahrt zurück zum Anleger in Andernach brachte. Bis zum Parkplatz unseres Busses waren es nur ein paar hundert Meter entlang der Rheinpromenade und unter den mächtigen Resten des Bollwerks, der ehemaligen Zollstation, hindurch. Für die Heimfahrt wählte Herr Makossa die Strecke über die Rheinbrücke bei Neuwied und dann durch den schönen Westerwald zur A3, auf der es dann flott zurück nach Solingen ging, wo er uns nach einem schönen Tag mit optimalen Wetter wohlbehalten von Bord gehen ließ – auch dafür ein Dankeschön.

Organisation: Jürgen Stamm, Gerhard Moch

 

 

Gerhard Moch (Schriftführer)

 

VTI-Fahrt nach Andernach

Besichtigung des Geysir-Zentrums

und Schiff-Fahrt zum größten Kaltwasser-Geysir weltweit

 

Mit 36 VTI-lern und einem Gast war er nicht ganz voll besetzt, der Mercedes-Reisebus der Firma Wiedenhoff, der uns am Dienstag, den 13. Juni 2017, zu unserem Exkursionsziel am schönen Mittelrhein bringen sollte. Herr Makossa am Lenkrad steuerte eine Menge Informationen bei, die er uns über eine seiner Lieblingsstrecken entlang des linken Rheinufers vermittelte. Ohne die eingeplanten Staus rund um Köln kamen wir mehr als rechtzeitig am modernen Bau des am 30. Mai 2009 eröffneten Geysir-Erlebniszentrums an, das sich unmittelbar an der Andernacher Rheinpromenade befindet.

In einem separaten Raum wurden wir zunächst von unseren beiden Gästeführerinnen begrüßt, anschließend mit kleinen Funkempfängern und Ohrhörern ausgestattet. Aufgeteilt in zwei Gruppen ging es anschließend auch schon los. Nachdem wir eine dunkle Aufzugkabine geentert hatten, starteten wir zu einer fiktiven Fahrt Richtung Erdinneres auf eine Tiefe von 4000 Meter. Filmanimationen an den Wänden täuschen den Fahrstuhlpassagieren dies Abenteuer vor - in Wirklichkeit sind es nur zwei Etagen. Dort unten trifft der Besucher auf das Kohlendioxyd, die CO2-Moleküle, die aus der in nicht allzu großer Tiefe unter der Eifel liegenden Magmakammer nach oben steigen, was erst durch die durch geologischen Störungen verursachten Brüche im Gestein ermöglicht wird. Auf dem Weg aus dem Erdinneren nach oben vermischt sich das CO2 mit dem Grundwasser. Wie das alles funktioniert und auch den Unterschied zwischen einem Kalt- und einem Heißwassergeysir bekamen wir auf einer 90 Minuten dauernden Führung an einer Reihe von Demo-Stationen erklärt. Dieser Weg führt über mehrere Etagen nach oben und endet schließlich auf einer Aussichtsterrasse über den Dächern von Andernach, von der wir am Ende der Führung den Blick auf die teils historischen Gebäude wie den Runden Turm, den höchsten Wehrturm am Rhein, die mächtige Basilika Maria Himmelfahrt mit ihren vier Türmen, den Alten Krahnen - den Turmdrehkran aus dem Jahr 1561, die Christuskirche und das Rheintor, das der Hauptzugang der Stadt vom Rhein her war, und selbstverständlich auf den Rhein selbst genossen. Danach wieder unten angekommen entledigten wir uns der Kommunikationstechnik, dankten und verabschiedeten uns von den beiden Damen, die uns das Naturphänomen eines Kaltwasser-Geysirs so verständlich erklärt haben, und machten uns auf den kurzen Weg zum nahegelegenen Hotel Rheinkrone, denn inzwischen war Mittagszeit.

In entspannter Atmosphäre genossen wir das wohlschmeckende Essen und auch die Getränke, ehe es dann im Programm weiter ging. Bis zum Schiff, das uns die kurze Strecke rheinab zur Halbinsel Namedyer Werth bringen sollte, waren es nur ein paar Meter. Auf der „MS Namedy“ war auch noch locker Platz für unsere Gruppe – 350 Passagiere darf das von zwei leistungsstarken 400 PS-Motoren angetriebene 46,5 Meter lange Schiff befördern. Nach etwa einer Viertelstunde hatten wir den Anlegesteg erreicht, von dem aus ein etwa 250 Meter langer Fußweg unter der B9 hindurch zum Geysir führt.

Kurz vor einem aus vielen Basaltklötzen aufgeschichteten rostbraunen Steinhaufen empfing uns der Geysirranger. Da es nicht ganz windstill war, hielten wir einen gewissen Respektabstand zur Austrittsbohrung ein. Hier also befindet sich der höchste Kaltwassergeysir auf unserer Erde, der mit seiner Fontänenhöhe von 60 Metern sogar im Guinness Buch der Rekorde eingetragen ist.

Weil man dereinst im Wasser des alten Rheinarms Blasen aufsteigen sah, die sich als Kohlensäure herausstellten, bohrte man im Jahre 1903 an dieser Stelle und stieß in 343 Meter Tiefe auf ein Vorkommen, das damals eine Fontänenhöhe von 40 Metern erreichte und das man als Kohlenstoffdioxid zur Anreicherung von Mineralwasser nutzte. Wegen erheblicher Schäden wurde der Brunnen ab 1957 nicht mehr genutzt und 1967 verschlossen. Seit Ende der 1990er Jahre wollte man ihn als Touristenattraktion nutzen, was aber wegen der strengen Naturschutzauflagen, denen das betroffene Gebiet seit 1985 unterliegt, nicht möglich war. Durch eine außergerichtliche Einigung im Jahre 2005 darf der Geysir aber wieder springen und dem Tourismus dienen, allerdings nur unter strengen Naturschutzauflagen. Eine Neue Brunnenbohrung mit 15 Zentimetern Durchmesser wurde auf eine Tiefe von 350 Metern niedergebracht und mit einem am unteren Ende gelochten Rohr ausgekleidet. Seit dem 7. Juli 2006 springt der Geysir nun wieder regelmäßig zum Wohle der Stadt Andernach, wenn auch nur tagsüber, denn zur Sicherheit wird er nachts abgesperrt.

Und wie funktioniert so ein Kaltwassergeysir eigentlich? Im Prinzip wie die Sprudelflasche, die nach kräftigem Schütteln aufgeschraubt wird. Die Grundlagen dazu hatten wir schon in der vormittäglichen Führung kennengelernt. Das Bohrloch, also der Aufstiegskanal, füllt sich nach und nach mit dem CO2-gesättigten Grundwasser bis obenhin – am Grund des 350 Meter tiefen Brunnens herrscht also ein Druck von 35 bar. Im aufsteigenden Wasser bilden sich CO2-Gasblasen, da der Druck nach oben hin immer geringer wird, wodurch sich die Löslichkeit des CO2 im Wasser weiter reduziert und deshalb vermehrt Gasblasen ausgeschieden werden. Dabei dehnen sich die Blasen fortwährend weiter aus und verdrängen das Wasser immer schneller. Durch diesen Kettenreaktionseffekt füllt sich der Aufstiegskanal beinahe vollständig mit Gas, das dann das Wasser mit hoher Geschwindigkeit aus der Austrittsöffnung schleudert, unter günstigen Voraussetzungen (Windstille) bis zu 60 Metern hoch.

Wir konzentrierten uns also auf die Öffnung zwischen den Basaltklötzen. Leise beginnt es zu grummeln, dann tanzt das Wasser über den Steinen und mit Fauchen erhebt sich in unregelmäßigen Schritten Meter um Meter die Wasserfontäne, bis sie nach kurzer Zeit die volle Höhe erreicht hat. Vorsichtshalber sind wir doch noch ein paar Schritte zurückgetreten, denn etwas Wind bläst den Wassernebel in unsere Richtung und raubt der Fontäne etwas von ihrem maximalen Ausmaß. Sechs bis acht Minuten hält das „Springen“ des Geysirs an, bis er dann langsam in sich zusammenfällt. In dieser Zeit werden über 7000 Liter Wasser mit etwa 100 km/h in die Luft geschleudert. Bis zum nächsten Spektakel vergehen dann wieder ca. eineinhalb Stunden, denn so lange dauert es, bis sich das Brunnenrohr wieder vollständig gefüllt hat.

Noch beeindruckt von diesem Schauspiel machten wir uns auf den kurzen Weg zurück zum Schiff, das uns anschließend in gemütlicher Fahrt zurück zum Anleger in Andernach brachte. Bis zum Parkplatz unseres Busses waren es nur ein paar hundert Meter entlang der Rheinpromenade und unter den mächtigen Resten des Bollwerks, der ehemaligen Zollstation, hindurch. Für die Heimfahrt wählte Herr Makossa die Strecke über die Rheinbrücke bei Neuwied und dann durch den schönen Westerwald zur A3, auf der es dann flott zurück nach Solingen ging, wo er uns nach einem schönen Tag mit optimalen Wetter wohlbehalten von Bord gehen ließ – auch dafür ein Dankeschön.

Organisation: Jürgen Stamm, Gerhard Moch

 

 

Gerhard Moch (Schriftführer)